Birmingham: Sturz-Drama um deutsche Hürdensprinterin Franziska Schuster bei Leichtathletik-EM

Leichtathletik-EM: Sturz-Drama um deutsche Hürdensprinterin Franziska Schuster - BILD

Bei den Leichtathletik-Europameisterschaften in Birmingham kam es zu einem dramatischen Sturz der deutschen Hürdensprinterin Franziska Schuster im Halbfinale über 100 Meter Hürden. Das Ereignis sorgte für einen Schreckmoment, obwohl die 24-Jährige nach dem Vorfall offenbar ohne schwere Verletzungen blieb.

Schuster, die als deutsche Meisterin antrat, beschrieb den Sturz als ihren ersten in dieser Disziplin und zeigte sich sichtlich geschockt. Sie äußerte, dass sie sich in Trance fühle und keine richtigen Emotionen habe. Bezüglich möglicher Verletzungen sagte sie, dass es ihr soweit gut gehe, aber sie erwarte, dass ihr am nächsten Tag alles wehtun werde. Sie sei mit dem Fuß umgeknickt und auf die Nase gefallen.

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Der Unfallhergang im Halbfinale

Im zweiten der drei Halbfinals auf Bahn 7 startete Franziska Schuster zunächst langsam ins Rennen. Als sie jedoch begann, Meter um Meter aufzuholen, kam es an der sechsten Hürde zu einer leichten Berührung mit ihrem Nachziehbein. Dies löste eine Fehlerkette aus, die dazu führte, dass sie ins Straucheln geriet und an der siebten Hürde hängen blieb.

Obwohl sie sich zunächst auf den Beinen halten konnte, knickte sie mit dem rechten Fuß um und prallte bei voller Geschwindigkeit in die achte Hürde. Dieser heftige Sturz beendete ihren Traum vom Einzug ins Finale schmerzhaft. Ein Raunen ging durch das Stadion, als der Vorfall passierte.

Reaktionen und weitere deutsche Athletinnen

Unmittelbar nach dem Sturz äußerte sich Schuster in einem Interview. Sie erklärte, dass sie den Start etwas verpasst habe, dann aber das Gefühl gehabt hätte, ins Rennen zu kommen, bevor ihr Nachziehbein den Sturz verursachte. Sie betonte, dass es ihr erster Sturz dieser Art gewesen sei, weshalb sie unter Schock stehe und es noch realisieren müsse. Sie spüre zu diesem Zeitpunkt noch nichts und sei emotionslos.

Auch ihre Teamkolleginnen Rosina Schneider und Lia Flotow verpassten den Endlauf der besten acht Athletinnen. Schneider belegte mit einer Zeit von 12,96 Sekunden den zehnten Gesamtrang, während Flotow im Halbfinale mit 13,02 Sekunden auf Platz zwölf kam. Schneider fehlten als Dritte ihres Halbfinals nur drei Hundertstelsekunden zum Weiterkommen, Flotow erreichte in ihrem Lauf den fünften Platz.

Weitere Ergebnisse der Europameisterschaft

Abseits des Hürdenlaufs gab es weitere Ergebnisse für das deutsche Team. Der Hammerwerfer Merlin Hummel (24) gewann am Dienstagabend eine Silbermedaille. Er erreichte im vorletzten Versuch eine Weite von 81,30 Meter, was für den zweiten Platz reichte. Dies ist seine zweite Silbermedaille nach der WM im letzten Jahr.

Im 400-Meter-Lauf der Männer sicherte sich Jean Paul Bredau ein Ticket für das Finale. Er gewann sein Halbfinale in 44,86 Sekunden und zog als Fünftschnellster in die Medaillen-Entscheidung ein, die am Mittwoch stattfindet. Jean Paul Bredau hatte bereits vor zwei Jahren in Rom das Finale erreicht.

Die Halbfinalschnellste über 400 Meter war der Franzose Muhhammad Abdallah Kounta mit 44,38 Sekunden. Thorben Finke schied mit 45,66 Sekunden aus. Im 5000-Meter-Lauf der Frauen erreichte Vanessa Mikitenko (Trier) den 14. Platz mit einer Zeit von 15:54,49 Minuten. Die Italienerin Nadia Battocletti verteidigte ihren Titel in 15:37,84 Minuten, gefolgt von der Spanierin Marta Garcia (15:39,98) und Micol Majori (15:40,65) aus Italien.

Source: bild.de

Niklas Wolf ist Sportredakteur mit Schwerpunkt Fußball, Bundesliga und internationale Wettbewerbe.