Birmingham: Merlin Hummel gewinnt Silber im Hammerwurf bei Leichtathletik-EM

Hummels Weg zur Medaille
Merlin Hummel, der Vizeweltmeister im Hammerwurf, hat bei der Leichtathletik-EM in Birmingham die Silbermedaille gewonnen. Dies ist seine zweite große Medaille, nachdem er bereits im vergangenen Jahr bei der Weltmeisterschaft Silber holte. Der Wettkampf gestaltete sich für Hummel jedoch als herausfordernd.
Hummel begann den Wettkampf mit einem Wurf von 79,08 Metern, womit er sich zunächst auf den dritten Platz setzte. Im weiteren Verlauf hatte er Schwierigkeiten, wobei zwei Würfe im Netz landeten und ein weiterer Versuch 75,97 Meter erreichte. Zwischenzeitlich verließ er das Stadion und versuchte, seine Technik abseits des Geschehens durch Trockenübungen zu verfeinern.
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Im fünften Durchgang gelang Hummel dann ein Wurf von 81,30 Metern, der ihm die Silbermedaille sicherte. Der Ungar Bence Halasz war mit 84,25 Metern unschlagbar und stellte damit einen nationalen Rekord sowie eine Weltjahresbestleistung auf. Bronze ging an den Ukrainer Mychajlo Kochan mit 79,49 Metern. Hummels Frankfurter Vereinskollege Sören Klose erreichte den sechsten Platz mit 78,13 Metern.
Vorbereitung und technische Anpassungen
Nach seinem WM-Silber im vergangenen Jahr hat Hummel sein Umfeld neu strukturiert. Er startet nun für Eintracht Frankfurt, wo er auch wohnt und trainiert. Seine neue Trainerin ist die ehemalige Hammerwerferin Kathrin Klaas. Hummel lobte Klaas für ihr technisches Feingefühl und ihre Fähigkeit, Dinge anders zu betrachten und empathisch auf Verletzungen zu reagieren.
Hummel hat auch an seiner Technik gefeilt, um den Schwung gemächlicher anzugehen und in der Endphase mehr Beschleunigung zu ermöglichen. Sein Ziel ist es, einen längeren Beschleunigungsweg zu haben, um das Gerät optimal zu beschleunigen. Er nutzt zudem eine selbst entwickelte App und Künstliche Intelligenz, um seine Würfe zu visualisieren und zu analysieren. Sein persönliches Ziel sind 85 Meter.
Die Qualifikation für das Finale war für Hummel schwierig. Mit 75,49 Metern und drei schwachen Versuchen belegte er den zehnten Platz. Trotz dieser anfänglichen Schwierigkeiten zeigte er im Finale seine mentale Stärke und sein Vertrauen in seine Fähigkeiten. Hummel ist der erste deutsche Hammerwerfer seit 20 Jahren, der eine EM-Medaille gewonnen hat.


Erwartungen und Teamdynamik in Frankfurt
Hummel, der seit Februar für Eintracht Frankfurt antritt, spürt die gestiegenen Erwartungen nach seinem Vizeweltmeistertitel. Er versucht, locker zu bleiben und genießt die Vorteile, die mit dieser Position einhergehen. Die Zusammenarbeit mit Kathrin Klaas und die Trainingsgruppe bei der LG Eintracht Frankfurt haben zu seiner Entwicklung beigetragen.
Die Trainingsgruppe in Frankfurt vereint einige der besten deutschen Sportler, darunter Hummels Bruder Matti, Sören Klose sowie die Hammerwerferinnen Aileen Kuhn und Samantha Borutta. Diese positive Teamdynamik und der gemeinsame Ehrgeiz, sich in der Weltspitze zu etablieren, sind für Hummel ein wichtiger Faktor für seinen Erfolg.
Im Finale am Dienstagabend konnte Hummel seine Leistung abrufen und die Silbermedaille sichern. Der letzte deutsche Hammerwerfer, der eine EM-Medaille gewann, war Markus Esser mit Bronze im Jahr 2006. Europameister waren bisher nur Karl Hein im Jahr 1938 und Uwe Beyer im Jahr 1971.


Source: bild.de