Paris: Wellbrock sichert sich zweites EM-Gold im Freiwasserschwimmen, Ackermann verfehlt Top Ten

Wellbrocks Dominanz in der Seine
Florian Wellbrock, ein Schwimmer des SC Magdeburg, hat seine beeindruckende Erfolgsserie fortgesetzt und bei den Europameisterschaften in Paris seine zweite Goldmedaille im Freiwasserschwimmen gewonnen. Nur einen Tag nach seinem Triumph über die olympische Distanz sicherte sich der 28-Jährige auch Gold über die fünf Kilometer.
Das Rennen über die fünf Kilometer in der Seine beendete Wellbrock nach 55:40,25 Minuten. Er setzte sich dabei gegen David Betlehem aus Ungarn durch, der 2,3 Sekunden Rückstand hatte, und den italienischen Titelverteidiger Gregorio Paltrinieri, der 4,5 Sekunden hinter Wellbrock lag. Mit diesem Sieg errang Wellbrock bereits seine fünfte Medaille bei Europameisterschaften im Freiwasser.
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Der gebürtige Bremer, der unter Bundestrainer Bernd Berkhahn in Magdeburg trainiert, zählt mit vier Weltmeistertiteln zu den erfolgreichsten Athleten seiner Disziplin. Im Vorfeld der Europameisterschaften war seine Verfassung aufgrund von drei krankheitsbedingten Ausfällen im Verlauf der Saison lange unklar gewesen. Sein Auftritt in der Seine war daher umso beeindruckender.
Wie bereits am Vortag übernahm Wellbrock früh die Führung und bestimmte von Beginn an das Tempo. Durch wiederholte Tempowechsel setzte er die Konkurrenz unter Druck und kontrollierte das Rennen. Als Konkurrent Betlehem auf der Schlussrunde noch einmal angriff, wehrte Wellbrock die Attacke ab und machte damit seinen zweiten EM-Titel in Paris perfekt.
Wellbrock äußerte sich nach dem Rennen: „Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll. Ich habe einfach mein Programm abgespult und mit nichts gerechnet – und bin jetzt mit der zweiten Goldmedaille rausgekommen, das ist unglaublich.“
Ackermanns EM-Debüt und weitere Ergebnisse
Während Wellbrock seine Erfolgsserie fortsetzte, gab Freiwasserschwimmerin Julia Ackermann bei ihrer EM-Premiere in Paris ihr Debüt. Die 19-Jährige aus Chemnitz konnte im Rennen über fünf Kilometer nicht in den Kampf um die Medaillen eingreifen. Sie verfehlte einen Top-Ten-Rang um knapp zehn Sekunden.
Ackermann bestritt wenige Stunden nach Wellbrocks Titelgewinn ihr erstes EM-Rennen im Erwachsenenbereich, nachdem sie zuvor Junioren-Europameisterin war. Den Sieg bei den Frauen sicherte sich nach etwas mehr als einer Stunde die Italienerin Ginevra Taddeucci. Die Silbermedaille ging an Viktoria Mihalyvari-Farkas aus Ungarn, während die Italienerin Barbara Pozzobon Bronze gewann.
Fabienne Wenske, die ebenfalls für Deutschland starten sollte, musste das Rennen kurzfristig absagen.


Im Männerrennen über fünf Kilometer konnte Oliver Klemet, der am Dienstag noch Rang drei belegt hatte, dieses Mal nicht an seine Leistung anknüpfen und wurde Zehnter mit einem Rückstand von 53,7 Sekunden auf Wellbrock. Wellbrocks triumphale Rückkehr nach Paris ist bemerkenswert, da er bei den Olympischen Spielen 2024 in der französischen Hauptstadt noch die wohl bitterste Niederlage seiner Karriere erlebt hatte, als er mit Platz acht die Podestplätze deutlich verpasste.
Zwei Jahre später kann er nun als Doppel-Europameister von Paris endgültig Frieden mit der Seine schließen. Es ist gut möglich, dass noch weitere Titel folgen könnten, da Wellbrock am Freitag im Knockout-Sprint und tags darauf in der Staffel starten wird. Für die in der kommenden Woche beginnenden Beckenwettbewerbe hatte sich Wellbrock nicht qualifiziert.
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Source: sueddeutsche.de