St. Pauli: Nach Pokal-Aus droht Absturz

FC St. Pauli: Nach Pokal-Aus! Absturz-Warnung für St. Pauli

Frühes Pokal-Aus und Warnungen vor Abwärtstrend

Der FC St. Pauli hat im DFB-Pokal eine Niederlage gegen den Drittligisten Rot-Weiss Essen hinnehmen müssen. Das Spiel endete 0:2, was für den Verein eine frühe Beendigung des Pokalwettbewerbs in dieser Saison bedeutet. Diese Niederlage folgt auf zwei Unentschieden in der 2. Liga zu Saisonbeginn, was die Stimmung im Umfeld des Bundesliga-Absteigers trübt und zu Diskussionen über einen möglichen Fehlstart führt.

Ein Experte, Fabian Klos, äußerte bereits vor dem Pokalspiel in Essen Bedenken hinsichtlich der Leistung von St. Pauli. Klos, der auf eine lange Karriere mit 418 Spielen in der Bundesliga, 2. Liga und 3. Liga zurückblickt, kennt die Dynamik von Abwärtstrends aus eigener Erfahrung. Er erlebte mit Arminia Bielefeld einen Abstieg von der Bundesliga in die 2. Liga im Jahr 2022 und anschließend im Jahr 2023 über die Relegation in die 3. Liga. Nach einem 14. Platz in der 3. Liga beendete er seine Karriere.

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Klos wies darauf hin, dass St. Pauli das Gefühl des Gewinnens möglicherweise verloren hat. Er betonte die Notwendigkeit, dieses Gefühl nicht über den gesamten Saisonanfang zu schleppen, da man sonst vergessen könnte, wie sich Siege anfühlen. Er sieht den Verein derzeit weit davon entfernt, in einen Modus zurückzukehren, in dem Siege selbstverständlich werden.

Analyse der Leistung und Fan-Reaktionen

Trainer Marcel Rapp räumte ein, dass die Leistung von St. Pauli in Essen nicht zufriedenstellend war. Er kritisierte die mangelnde Chancenverwertung in der ersten Halbzeit und bemängelte, dass in der zweiten Halbzeit zu wenig aus dem Ballbesitz gemacht wurde. Rapp betonte, dass der Mannschaft dies angelastet werden müsse.

Die Atmosphäre rund um das Stadion an der Hafenstraße in Essen war geprägt von der Rivalität zwischen den beiden Vereinen. Schon vor dem Spiel war klar, dass es kein gewöhnlicher Pokalauftakt werden würde. Das Heimpublikum zeigte sich in großer Zahl in roten Trikots und Shirts mit Vereinsbezug. Es fielen jedoch auch viele schwarze „Scheiß St. Pauli“-Shirts und Aufkleber mit der gleichen Aufschrift auf, die die Abneigung gegenüber dem Gegner deutlich machten.

Im Gästeblock wurden Rufe wie „Nazischweine“ und „Nie! Nie! Nie wieder Deutschland!“ laut. Die Heimmannschaft wurde bei der Vorstellung der Aufstellung mit „Arschloch“-Rufen bedacht, und beim Torwart-Abstoß waren Beleidigungen zu hören. Im Heimbereich gab es zudem Tapeten mit nicht jugendfreien Stellungnahmen zu internen Problemen bei der Ultras Sankt Pauli. Der Gästeblock zeigte sich mit einem Banner „Hooligans Bremen nur beim FCSP“ etwas humorvoller, was eine Anspielung auf die Freundschaft von Rot-Weiss Essen mit der Hooligan-Gruppierung Standarte bei Werder Bremen war.

Proteste gegen den VAR, die im Vorfeld erwartet wurden, blieben weitgehend aus. Lediglich in der Anfangsphase der zweiten Halbzeit waren in beiden Kurven Tapeten zu sehen, die die Abschaffung des VAR forderten. Auch Pyrotechnik war für den Anlass erstaunlich wenig zu sehen.

Blick nach vorn: Das nächste Spiel

Der Essener Angreifer Semir Telalovic, ein Leihspieler des 1. FC Nürnberg, erzielte das 2:0 und machte damit die Überraschung im DFB-Pokal perfekt. Für Telalovic war es das dritte Tor im dritten Pflichtspiel für Rot-Weiss Essen. Er beschrieb die Stimmung im Stadion als „krass“ und lobte die Fans, die die Mannschaft über die gesamten 90 Minuten extrem gepusht hätten. Telalovic betonte, dass es Spaß mache, für diesen Verein zu spielen und jeden Tag alles zu geben.

Nach dem Pokal-Aus steht für den FC St. Pauli nun das nächste Heimspiel an. Am Sonntag trifft die Mannschaft auf den 1. FC Kaiserslautern. Trainer Rapp weiß, dass in diesem Spiel der erste Sieg her muss, um eine weitere Verschlechterung der Situation früh in der Saison zu vermeiden.

Telalovic zeigte sich zufrieden mit seinem Start in Essen und betonte, dass er sich in der Mannschaft wohlfühle und großes Vertrauen vom Trainerteam spüre. Er sieht sich als Führungsspieler und ist überzeugt, dass sich die Leistung von Woche zu Woche noch verbessern wird. Das Zusammenspiel in der Offensive funktioniere bereits sehr gut, und die Rotation der Positionen komme allen zugute. Er wusste, dass Jannik Hofmann ihn bei der Flanke zum 2:0 gesehen hatte und den Ball vor das Tor bringen würde.

Source: bild.de

Julia Neumann ist Sportredakteurin und berichtet über Fußball, Sport und aktuelle Ereignisse.