Tour de France Femmes: Lorena Wiebes dominiert, Franziska Koch kämpft mit der Hitze

Wiebes‘ Dominanz bei der Tour de France Femmes
Lorena Wiebes setzte ihre beeindruckende Siegesserie bei der diesjährigen Tour de France Femmes fort. Die Fahrerin gewann auch die zweite Etappe von Aigle nach Genf im Sprint und verteidigte damit das Gelbe Trikot. Ihre Dominanz ist bemerkenswert, da sie nicht nur auf reinen Sprintetappen zu den Favoritinnen zählt.
Ein Sportdirektor eines deutschen Teams beschrieb ihre aktuelle Form als außergewöhnlich und meinte, dass sie selbst im Männer-Peloton um den Sieg mitsprinten könnte. Seit Ende Juli hat Wiebes fünf Siege in fünf Rennen gefeiert, beginnend mit der Polen-Rundfahrt. Insgesamt ist dies ihr sechzehnter Saisonerfolg. Seit der Wiedereinführung der Tour hat keine andere Fahrerin so viele Etappen gewonnen wie Wiebes, die nun sieben Siege verbuchen kann.
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Die Straßen-Europameisterin von 2024 hatte in den Jahren 2022 und 2023 eine komplizierte Beziehung zur Tour, da sie die Rundfahrt aufgrund von Stürzen abbrechen musste. Erst im vergangenen Jahr gewann sie ihr erstes Wertungstrikot als beste Sprinterin. Trotz ihrer Erfolge bei Medienterminen wirkt Wiebes zurückhaltend, beschreibt sich selbst als schüchtern. Im Sprintfinale schalte sie jedoch den Kopf ab und konzentriere sich so sehr, dass ihr „Killerinstinkt“ einsetze.
Anpassungen im Training und Herausforderungen für Koch
In diesem Jahr hat Lorena Wiebes ihr Training umgestellt, um auch auf hügeligen Etappen konkurrenzfähig zu sein. Sie konzentriert sich auf eine Balance zwischen der Verbesserung ihrer Kletterfähigkeiten und der Beibehaltung ihres hohen Sprintniveaus. Seit dem Winter hat sie zudem mehr Krafttraining mit Fokus auf explosive Elemente absolviert, was ihr nach eigener Aussage Spaß macht.
Die dritte Etappe von Genf nach Poligny, die über den Col de la Faucille führt, gilt als bergig und ist eigentlich kein Terrain für Sprinterinnen. Dennoch könnte sich Wiebes‘ angepasstes Training auch hier auszahlen, falls keine Ausreißergruppe erfolgreich ist und sie unbeschadet bleibt. Ein dritter Etappensieg in Folge wäre dann möglich.


Für Franziska Koch verliefen die ersten beiden Etappen der Tour de France Femmes nicht wie geplant. Die Deutsche Meisterin, die im Vorfeld als Mitfavoritin für den Tagessieg der ersten Etappe galt, erreichte das Ziel mit einem deutlichen Rückstand auf Lorena Wiebes. Koch berichtete von einer unerwartet hohen Herzfrequenz und mangelnder Kraft in den Beinen.
Ein möglicher Grund für ihre Schwierigkeiten ist die Hitze, die auch andere Fahrerinnen betrifft. Obwohl Koch bei der Tour de Suisse und den Deutschen Meisterschaften gut mit hohen Temperaturen zurechtkam, zeigte ihr Körper bei der aktuellen Tour eine andere Reaktion. Sie hofft auf Besserung und plant, sich während der Etappen noch mehr um Kühlung zu bemühen. Ihr ursprüngliches Ziel war das Einzelzeitfahren von Dijon, wo sie ihr Meistertrikot bestmöglich präsentieren wollte.


Die dritte Etappe bietet Koch die Gelegenheit, ihre Beine im Hinblick auf das Einzelzeitfahren zu testen. Sie überlegt jedoch auch, ob sie einen Ruhetag benötigt, da die fünfte Etappe ebenfalls als sehr anspruchsvoll gilt.
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Source: sportschau.de