Leichtathletik-EM: Julian Weber holt Gold im Speerwurf, Nick Thumm gewinnt Silber

Bei den Leichtathletik-Europameisterschaften in Birmingham hat Julian Weber im Speerwurf die Goldmedaille gewonnen. Der 31-Jährige wiederholte damit seinen Erfolg von der Heim-EM. Sein Teamkollege Nick Thumm sicherte sich die Silbermedaille und machte den deutschen Doppelerfolg perfekt.
Weber, der die gesamte Saison mit Schulterproblemen zu kämpfen hatte, stieg erst Mitte Juli in die Saison ein. Beim Meeting in Luzern warf er auf Anhieb eine europäische Jahresbestleistung von 87,04 Metern. In der Qualifikation in Birmingham sparte er Kraft, indem er bereits im ersten Versuch den Einzug ins Finale schaffte.
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Spannendes Finale mit Mega-Wurf
Im Finale legte Weber mit seinem ersten Versuch eine Weite von 83,71 Metern vor und führte lange Zeit. Die Konkurrenz rückte jedoch immer näher. Im fünften Versuch übertraf Thumm seinen Teamkollegen mit einem Wurf von 83,76 Metern und setzte sich an die Spitze.
Im letzten Durchgang war bereits klar, dass Gold und Silber an Deutschland gehen würden. Weber benötigte jedoch einen weiteren Wurf, um Gold zu gewinnen. Er schleuderte den Speer auf 90,40 Meter, was ihm die Goldmedaille einbrachte. Thumm konnte diese Weite im Anschluss nicht mehr kontern. Bronze ging an den Letten Patriks Gailums mit 82,97 Metern.
Thumm, der sich erst kurz vor der EM qualifiziert hatte, zeigte eine sensationelle Leistung. Er warf in der Qualifikation eine persönliche Bestweite und übertraf diese im Finale nochmals. Der 21-Jährige lag nach seinem vierten Versuch in Führung, bevor Weber konterte.
Wechselhafte Erfolge bei Großereignissen
Weber hatte in der Vergangenheit bei Großereignissen mit Pech zu kämpfen. Bei den Olympischen Spielen in Paris erreichte er den sechsten Platz. Bei der WM in Tokio galt er als Gold-Favorit, wurde jedoch kurz vor dem Wettkampf von einem Infekt geschwächt, was seine Leistung beeinträchtigte.
Trotz seiner gesundheitlichen Probleme in dieser Saison, darunter Beschwerden an der Achillessehne und im Rücken, konnte Weber kaum Wurfeinheiten trainieren. Er schonte seinen Körper und absolvierte die meisten Würfe im Wettkampf. Er gab an, seit der WM nur wenige Wurfeinheiten gehabt zu haben, die selten aus vollem Anlauf erfolgten.
Neben dem Erfolg im Speerwurf gewann auch die deutsche 4×100-Meter-Staffel der Männer Silber. Das Quartett, bestehend aus Kevin Kranz, Marvin Schulte, Heiko Gussmann und Lucas Ansah-Peprah, sprintete im Alexander Stadium in Birmingham in 38,64 Sekunden auf den zweiten Platz. Die favorisierten Briten sicherten sich den Sieg in 38,45 Sekunden, während Belgien in 38,70 Sekunden Dritter wurde.


Die Staffel trat ohne Owen Ansah an, der aufgrund einer drohenden Sperre vorsorglich nicht aufgestellt wurde, um eine nachträgliche Disqualifikation zu vermeiden.
Source: bild.de