Deutsche Sprint-Staffel holt Silber bei Leichtathletik-EM in Birmingham

Die deutsche 4×100-Meter-Staffel der Männer hat bei der Leichtathletik-EM in Birmingham die Silbermedaille gewonnen. Das Team, bestehend aus Kevin Kranz, Marvin Schulte, Heiko Gussmann und Lucas Ansah-Peprah, erreichte das Ziel in 38,64 Sekunden. Sie mussten sich lediglich den favorisierten Briten geschlagen geben, die in 38,45 Sekunden Gold holten. Belgien sicherte sich mit 38,70 Sekunden die Bronzemedaille.
Die Staffel trat ohne Owen Ansah an, der zuvor bei der gleichen Veranstaltung Gold über 200 Meter und Bronze über 100 Meter gewonnen hatte. Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) hatte Ansah vorsorglich nicht für die Staffel nominiert, um das Risiko einer nachträglichen Disqualifikation zu vermeiden, da eine mögliche Sperre gegen ihn im Raum steht. Ansah verfolgte das Rennen stattdessen als Zuschauer.
Casino Boni
100% bis zu 500€ + 200 Freispiele
- Willkommenspaket bis zu 1.500€
- 10% wöchentliches Cashback



100% bis zu 750€ + 150 Freispiele
- Bis zu 2.000€ auf die ersten 3 Einzahlungen
- 25% Reload-Bonus jeden Montag



150% bis zu 300€ + 100 Freispiele
- Willkommensbonus bis zu 1.000€
- 50 Freispiele jeden Freitag
Weg zur Silbermedaille
Die deutsche Männer-Staffel zeigte bereits in den Vorläufen eine starke Leistung und qualifizierte sich souverän für das Finale. Mit einer Zeit von 38,57 Sekunden erzielten Kranz, Schulte, Gussmann und Ansah-Peprah die drittschnellste Zeit aller Qualifikanten. Lucas Ansah-Peprah äußerte sich vor dem Finale optimistisch und kündigte an, dass das Team noch einiges herausholen und um eine Medaille kämpfen wolle.
Im Finale startete das Quartett auf Bahn fünf, mit den Briten auf Bahn sechs stets im Blick. Kevin Kranz übergab den Stab nach einem guten Start sauber an Marvin Schulte. Schulte absolvierte die Gegengerade und reichte den Stab sicher an Heiko Gussmann weiter. Der 22-jährige Gussmann stürmte durch die Kurve und schickte Schlussläufer Lucas Ansah-Peprah auf Position zwei liegend auf die Zielgerade.
Obwohl die Briten bereits einen Vorsprung hatten und auch Belgien sowie die Niederlande das Tempo anzogen, ließ sich Lucas Ansah-Peprah nicht beirren. Er überquerte die Ziellinie als Zweiter, dicht hinter 100-Meter-Europameister Romell Glave, der das Staffel-Gold für sein Team sicherte. Die deutsche Staffel bestätigte mit dieser Leistung ihr konstant starkes Niveau im internationalen Staffelgeschehen.
Stimmen und Kontext
Kevin Kranz hob die Bedeutung der Teamleistung hervor und betonte die schwierigen Bedingungen mit Kälte und Wind. Er zeigte sich dankbar für den Zusammenhalt des Teams, der es ermöglichte, die Silbermedaille zu gewinnen. Marvin Schulte schloss sich dem an und dankte dem gesamten deutschen Team, einschließlich der Ersatzläufer Jan-Eric Frehe und Robin Ganter, für ihre Bereitschaft und ihren Einsatz.
Heiko Gussmann äußerte seine Freude über die erstmalige Teilnahme bei den Erwachsenen und das Gefühl, den britischen Läufern immer näherzukommen. Lucas Ansah-Peprah beschrieb seinen Einsatz als Schlussläufer: „Ich wollte einfach um mein Leben laufen.“ Er sei mega stolz auf die Truppe und habe erst später realisiert, dass sie Vize-Europameister geworden waren, da das Ziel eine Medaille gewesen sei.
Die deutsche Sprintstaffel hatte bereits bei der EM in Rom 2024 eine Bronzemedaille gewonnen und im Frühjahr bei den World Relays in Botswana ebenfalls Bronze geholt. Mit der Silbermedaille in Birmingham konnte das Team seine Leistung im Vergleich zur EM 2024 um einen Platz verbessern. Titelverteidiger Italien wurde nach einer Disqualifikation aus dem Rennen genommen.
Die Abwesenheit von Owen Ansah in der Staffel war auf ein laufendes Verfahren der Nationalen Antidoping Agentur Nada zurückzuführen. Die Nada fordert eine Vier-Jahres-Sperre für Ansah wegen eines möglicherweise verweigerten Dopingtests vom 9. Juli 2026. Ansah bestreitet die Vorwürfe und sein Anwalt erklärte, dass er sich zu keinem Zeitpunkt geweigert habe, eine Dopingkontrolle durchzuführen. Ansah hatte sich trotz dieser Situation auf die EM konzentriert und neben seinem 200-Meter-Gold auch Bronze über 100 Meter gewonnen.
Die Entscheidung des DLV, Owen Ansah nicht in der Staffel einzusetzen, zielte darauf ab, eine mögliche Annullierung der Staffelergebnisse im Falle einer Dopingsperre zu verhindern. Ansah, der am Freitagabend als 200-Meter-Europameister in die Interviewzone kam, äußerte sich nicht zu dem laufenden Verfahren und betonte, sich auf die Dinge zu konzentrieren, die er beeinflussen könne. Er widmete seinen Sieg seinem dreijährigen Sohn und seinem Trainer Sebastian Bayer, mit dem er 2021 nach Mannheim gezogen war.
Das Verfahren gegen Owen Ansah könnte sich über Jahre hinziehen und möglicherweise vor dem Internationalen Sportgerichtshof Cas enden. Trotz der Ungewissheit darf Ansah vorerst weiter an Wettkämpfen teilnehmen. Er ist 25 Jahre alt und glaubt, dass das perfekte Sprinteralter erst mit 27 Jahren erreicht wird.


Erfolge der deutschen Leichtathletik
Die Erfolge der deutschen Sprinter bei der EM in Birmingham, insbesondere die Silbermedaille der Staffel und die individuellen Medaillen von Owen Ansah, unterstreichen eine positive Entwicklung in der deutschen Leichtathletik. Nach Jahren, in denen der Männersprint auf internationaler Bühne weniger glänzte, zeigen die aktuellen Ergebnisse eine Rückkehr zu konstant starken Leistungen.
Die Staffelmitglieder Kevin Kranz und Heiko Gussmann gehören dem Sprintteam Wetzlar an, während Marvin Schulte für den ASV Köln startet und Lucas Ansah-Peprah den Hamburger SV vertritt. Diese Zusammensetzung spiegelt die Breite und das Talent innerhalb der deutschen Sprintszene wider.
Die Medaille in Birmingham ist ein weiterer Beleg für die gute Form der deutschen Sprinter, die sich in den letzten Jahren kontinuierlich verbessert haben. Die Mannschaft hat gezeigt, dass sie auch unter Druck und bei schwierigen Bedingungen Medaillen gewinnen kann, wie die Leistung im Finale der 4×100-Meter-Staffel am Freitagabend bewies.
Source: bild.de