Paris: Gose und Werner holen Medaillen bei Schwimm-EM

Bei der Schwimm-EM in Paris haben die deutschen Schwimmerinnen Isabel Gose und Maya Werner am Dienstagabend Medaillen gewonnen. Gose sicherte sich Silber über 800 Meter Freistil, während Werner Bronze auf derselben Distanz holte. Dies markiert einen doppelten Medaillenerfolg für das deutsche Team im Becken.
Für Isabel Gose, die bereits im Freiwasser zwei Goldmedaillen gewonnen hatte, war dies die dritte Medaille bei den laufenden Europameisterschaften. Sie setzte ihren Erfolgslauf im Becken fort, nachdem sie schon vor vier Jahren bei der EM in Rom Silber über die 800 Meter Freistil erreicht hatte. Die Magdeburgerin zeigte sich im ZDF „super happy“ über ihre dritte Medaille im dritten Rennen.
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Das Rennen über 800 Meter Freistil entwickelte sich zu einem Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Gose und ihrer Rivalin Simona Quadarella. Ab der dritten Wende bei 150 Metern setzte sich Gose an die Spitze. Nach 600 Metern startete Quadarella eine Attacke, wodurch Gose einen knappen Rückstand hatte, den sie nicht mehr aufholen konnte. Quadarella gewann Gold, während Gose Silber holte.
Maya Werner, die ebenfalls für das deutsche Team antrat, konnte sich im Finale von ihren Konkurrentinnen absetzen und sicherte sich den dritten Platz. Die 21-Jährige verbesserte dabei ihre persönliche Bestzeit deutlich. Sie berichtete, dass sie sich in den letzten Jahren mit den 800 Metern schwergetan hatte und freute sich, dass es nun mit einer Medaille geklappt hat. Ihre bisherige Bestmarke verbesserte sie um sieben Sekunden.
Der Start in die Europameisterschaften verlief für Gose bereits vielversprechend. In der Seine hatte die 24-Jährige zuvor sowohl im Knockout-Sprint als auch mit der Staffel die Europameisterschaft gewonnen. Diese Erfolge im Freiwasser unterstreichen ihre Vielseitigkeit und ihre aktuelle Form bei den Wettbewerben in Paris.
Weitere Ergebnisse im Becken
Abgesehen von den Medaillen von Gose und Werner gab es am zweiten Wettkampftag der EM keine weiteren Podestplatzierungen für das deutsche Team in den restlichen Endläufen. Mehrere deutsche Athleten erreichten jedoch vordere Platzierungen.
Lise Seidel, 19 Jahre alt, belegte über 200 Meter Rücken den vierten Platz. Ebenfalls auf dem vierten Rang landete Melvin Imoudu über 100 Meter Brust. Für Imoudu war dies besonders bitter, da ihm bereits bei den Olympischen Spielen 2024 nur wenige Hundertstelsekunden zu einer Bronzemedaille fehlten. Auch bei dieser EM verpasste er das Podium um lediglich 0,15 Sekunden.
Luca Nik Armbruster, der im Halbfinale über 50 Meter Schmetterling einen deutschen Rekord aufgestellt hatte, erreichte im Finale den sechsten Platz. Die Mixed-Staffel über 4 × 100 Meter Lagen belegte im letzten Finale des Tages den fünften Rang. Trotz einer deutschen Rekordzeit von 3:43,00 Minuten reichte es für das Quartett, bestehend aus Kaii Liam Winkler, Melvin Imoudu, Angelina Köhler und Nina Holt, nicht für eine Medaille. Der alte Rekord aus dem Jahr 2015 von 3:44,13 wurde um mehr als eine Sekunde unterboten.
Die erste Medaille für die DSV-Beckenschwimmer in Paris hatte am Montag die Freistil-Staffel über 4 × 200 Meter gewonnen. Lukas Märtens, Timo Sorgius, Jarno Bäschnitt und Cornelius Jahn sicherten sich in deutscher Rekordzeit von 7:02,28 Minuten Bronze. Insgesamt stehen für das DSV-Team nach dem zweiten Wettkampftag im Becken drei Medaillen zu Buche.


Wellbrocks Erfolg auf einem anderen Kontinent
Währenddessen setzte Florian Wellbrock, der erfolgreichste Freiwasserschwimmer der Europameisterschaften von Paris, seinen Erfolg auf einem anderen Kontinent fort. Kurz nach seinen drei EM-Goldmedaillen im Freiwasserschwimmen gewann er auch in den USA.
Der 28-Jährige siegte bei den Pan Pacific Championships im kalifornischen Long Beach. Er setzte sich gegen den in München trainierenden Mexikaner Paulo Strehlke Delgado und den Italiener Dario Verani durch. Für Wellbrock war die Erfahrung bei diesem Wettkampf wichtiger als der Sieg selbst.
Wellbrock war noch am Tag seines dritten Titels bei der EM, am vergangenen Samstag, nach Los Angeles geflogen. Er äußerte, dass es ihm darum gehe, ein Gefühl für die Olympischen Spiele 2028 zu bekommen. Obwohl das Rennen nicht auf der Strecke der Sommerspiele von 2028 stattfand, konnte Wellbrock dort zweimal trainieren. Nach den Wettkämpfen plant er, noch einige Urlaubstage an der US-Westküste zu verbringen.
Source: bild.de