Birmingham: Leichtathletik-EM startet mit Medaillenhoffnungen und Vorrunden

Livestream - Die Leichtathletik-EM mit fünf Entscheidungen

Deutsche Athleten starten in Birmingham

Die Leichtathletik-Europameisterschaft in Birmingham hat begonnen und verspricht eine Woche voller Wettkämpfe um Medaillen und Bestleistungen. Vom 10. bis 16. August treten 114 deutsche Athletinnen und Athleten im Alexander Stadium gegen die europäische Konkurrenz an. Der erste Tag sah bereits die ersten Vorrundenentscheidungen und bot einen Einblick in die Form der deutschen Mannschaft.

Dr. Jörg Bügner, der Sportboss des DLV, äußerte sich zum Team: „Wir reisen mit einem Team nach Birmingham, das erfahrene Medaillengewinnerinnen und Medaillengewinner ebenso umfasst wie junge Athletinnen und Athleten, die auf der großen internationalen Bühne für Furore sorgen können.“ Er betonte den Anspruch, als Team geschlossen aufzutreten und in der Nationenwertung eine gute Rolle zu spielen.

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Sprint-Entscheidungen und Hürdenläufe

Im 100-Meter-Lauf der Frauen verpasste Chelsea Kadiri (Sprintteam Wetzlar) das Halbfinale. Trotz einer Zeit von 11,47 Sekunden reichte es für die 21-Jährige aufgrund der Windverhältnisse nicht für die nächste Runde. Ihr Rennen fand bei Windstille statt, während andere Läufe von Rückenwind profitierten. Kadiri zeigte sich dennoch stolz über ihren ersten Auftritt auf der großen Bühne.

Das deutsche Duo Gina Lückenkemper (SCC Berlin) und Rebekka Haase (Sprintteam Wetzlar) schaffte es ebenfalls nicht ins Finale über 100 Meter. Lückenkemper, die in den Wochen vor der EM mit den Nachwirkungen eines Zeckenbisses zu kämpfen hatte, lief im Halbfinale 11,28 Sekunden. Haase erreichte eine Zeit von 11,36 Sekunden. Beide Athletinnen blicken nun auf die Staffelwettbewerbe.

Im 100-Meter-Hürdenlauf zeigten die deutschen Athletinnen eine starke Leistung. Alle drei deutschen Hürdensprinterinnen qualifizierten sich für das Halbfinale am Dienstag. Rosina Schneider (TV Sulz) beeindruckte mit einer neuen persönlichen Bestzeit von 12,76 Sekunden, der besten Zeit aller Vorläufe. Auch Lia Flotow (1. LAV Rostock) zog mit 12,95 Sekunden ins Halbfinale ein, ebenso wie die bereits qualifizierte Deutsche Meisterin Franziska Schuster (TSV Bayer 04 Leverkusen).

Im 400-Meter-Hürdenlauf verpasste Vanessa Baldé (Hamburger SV) knapp den Einzug ins Halbfinale. Die 23-Jährige belegte in ihrem Vorlauf den fünften Platz mit 56,52 Sekunden und lag damit 18 Hundertstelsekunden hinter dem letzten Halbfinalplatz. Baldé nahm trotz des Ausscheidens wertvolle internationale Erfahrung mit. Die zweite deutsche Starterin Eileen Demes (TV 1861 Neu-Isenburg) steigt erst im Halbfinale in den Wettbewerb ein.

Medaillenhoffnungen und weitere Wettbewerbe

Im 3.000-Meter-Hindernislauf der Frauen zogen Gesa Krause (Silvesterlauf Trier) und Lea Meyer (VfL Löningen) souverän ins Finale ein. Sie führten ihren Vorlauf von Beginn an an und sicherten sich mit Zeiten von 9:32,21 Minuten für Meyer und 9:32,27 Minuten für Krause die Finaltickets. Beide Zeiten waren die schnellsten in der Qualifikation.

Die deutschen Medaillenhoffnungen verteilen sich über verschiedene Disziplinen. Leo Neugebauer (26), der Zehnkampf-Weltmeister und Olympia-Silbermedaillengewinner, kämpft um seine erste EM-Medaille. Seine Entscheidung fällt am Mittwoch und Donnerstag. Malaika Mihambo (32), die bereits Gold bei Olympia, Welt- und Europameisterschaften gewonnen hat, wird im Weitsprung erwartet. Ihre Entscheidung ist für Sonntag angesetzt.

Frederik Ruppert (29) stellte im Mai einen europäischen Rekord über 3.000-Meter-Hindernis auf und wird am Sonntag um eine Medaille kämpfen. Gesa Krause (34), zweifache EM-Goldmedaillengewinnerin, kehrt nach einer Pause auf die Hindernisstrecke zurück und hofft auf ihren ersten Titel als Mutter. Ihre Entscheidung wird am Donnerstag erwartet. Julian Weber (31), der im Speerwurf in diesem Jahr die weiteste europäische Weite erzielt hat, tritt am Samstag an.

Die ARD, das ZDF und Eurosport übertragen die Wettkämpfe im Fernsehen. Am heutigen Tag stehen ab 11:35 Uhr die Qualifikationen im Kugelstoßen und im 100-Meter-Lauf der Frauen auf dem Programm. Das Finale im Kugelstoßen ist für 20:00 Uhr angesetzt, gefolgt vom Finale im 100-Meter-Lauf der Frauen um 22:50 Uhr.

Einige Athleten sind bereits in den Fokus gerückt, wie Owen Ansah, der aufgrund eines laufenden Nada-Verfahrens vorsorglich nicht in den Staffeln eingesetzt wird. Die DLV hat keine konkrete Medaillenvorgabe gemacht, aber es wird mit starken Auftritten gerechnet. Die Leichtathletik-EM in Birmingham bietet insgesamt 50 Entscheidungen über sieben Tage.

Die EM ist der Saisonhöhepunkt der europäischen Leichtathletik und verspricht spannende Wettkämpfe. Die Halbfinals und das Finale der 100 Meter Hürden werden am Dienstagabend ausgetragen.

Source: leichtathletik.de

Niklas Wolf ist Sportredakteur mit Schwerpunkt Fußball, Bundesliga und internationale Wettbewerbe.