FC Bayern: Uli Hoeneß äußert sich zu Max Eberls Zukunft

Uli Hoeneß, Ehrenpräsident des FC Bayern, hat sich überraschend deutlich zur Zukunft von Sportvorstand Max Eberl geäußert. Bei einem Freundschaftsspiel gegen den FC Rottach-Egern am Tegernsee bezifferte Hoeneß die Chancen auf einen neuen Vertrag für Eberl als Sportvorstand auf „100 Prozent“. Diese Aussage sendet ein klares Signal bezüglich Eberls langfristigem Verbleib beim deutschen Rekordmeister.
Eberls aktueller Vertrag läuft bis zum Sommer 2027. Die Äußerung von Hoeneß deutet darauf hin, dass Eberl spätestens zur Jahreshauptversammlung des Vereins, die für das Wochenende vom 20. bis 22. November angesetzt ist, eine Vertragsverlängerung erhalten könnte. Der mächtige Aufsichtsrat, dem unter anderem Herbert Hainer, Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge angehören, müsste dem zustimmen.
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Eberls Weg von 60 auf 100 Prozent
Die klare Unterstützung von Hoeneß für Eberl ist bemerkenswert, da der Ehrenpräsident noch am Tag des DFB-Pokalfinals gegen Stuttgart im Mai „Zweifel“ an Eberls Arbeit geäußert hatte. Damals schätzte Hoeneß die Wahrscheinlichkeit einer Vertragsverlängerung nur auf „60 zu 40“ ein. Innerhalb von zwei Monaten hat sich diese Einschätzung auf „100 Prozent“ erhöht.
Ein wesentlicher Faktor für diese Entwicklung sind die frühen Transferaktivitäten von Eberl und Sportdirektor Christoph Freund. Hoeneß lobte die Verpflichtungen von Ismael Saibari für rund 50 Millionen Euro aus Eindhoven und Nathaniel Brown für 50 Millionen Euro plus 5 Millionen Euro Boni aus Frankfurt. Saibari, ein Wunschspieler von Trainer Vincent Kompany, hatte Hoeneß bereits bei der Weltmeisterschaft beeindruckt. Brown, ein junger Spieler aus Frankfurt, habe sich trotz Angeboten aus England bewusst für den FC Bayern entschieden.
Die sportliche Leitung weihte die Entscheidungsgremien frühzeitig in ihre Kaufpläne ein, was zur Bezeichnung einer „perfekten Transferperiode“ durch den Ehrenpräsidenten führte. Die Bayern haben ihre Einkäufe frühzeitig abgeschlossen, noch vor vielen anderen Top-Teams.


Erfolgreiche Verkäufe und klare Ansagen
Auch die Verkäufe von Spielern trugen zur positiven Entwicklung bei. Obwohl die öffentliche Wahrnehmung oft anders ist, dass Eberl kaum Spieler verkauft habe, relativierte Hoeneß dies. Er berichtete von Einnahmen von über 40 Millionen Euro aus Spielerverkäufen. Dazu gehören Talente wie Noel Aseko (12 Millionen Euro an Frankfurt), Jonathan Asp Jensen (6 Millionen Euro an La Coruña) und Jonah Kusi-Asare (6 Millionen Euro an Fulham).
Zudem wurden die Ersatzkeeper Alexander Nübel (6,25 Millionen Euro an Besiktas) und Daniel Peretz (8 Millionen Euro an Southampton) sowie einige Jugendspieler abgegeben. Vier Profis, die den Verein verlassen sollen – João Palhinha, Sacha Boey, Bryan Zaragoza und Armindo Sieb – sind zwar noch nicht transferiert, doch Hoeneß nahm Eberl in Schutz. Er betonte, dass Verträge beim FC Bayern unantastbar seien und Spieler notfalls behalten werden müssten, wenn keine passenden Angebote vorliegen.
Ein weiterer Punkt, der Eberls Standing verbesserte, war seine veränderte Kommunikation. Am Tegernsee machte er eine klare Ansage an die Spieler, die keine Rolle mehr in den Planungen von Trainer Kompany spielen. Er stellte klar, dass es für sie „relativ hart und kompliziert“ werden würde, wenn sie bleiben, da sie keine große Rolle spielen würden.
Zusätzlich äußerte sich Eberl in deutlichen Worten kritisch zu den Plänen von FIFA-Präsident Gianni Infantino, Teile der Weltmeisterschaft an Investoren zu verkaufen. Er bezeichnete diese Pläne als „beschämend“ und „ekelhaft“ und sprach sich für einen starken Widerstand Europas aus. Diese Klartext-Haltung, die in der Vergangenheit eher untypisch für Eberl war, kommt bei den Fans und intern gut an und wird als Übernahme der „Abteilung Attacke“ von Hoeneß interpretiert. Das Standing von Eberl innerhalb des Vereins hat in den letzten Wochen deutlich zugenommen. Der Aufsichtsrat wird voraussichtlich Ende August oder Anfang November über die Vertragsverlängerung entscheiden.
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Source: bild.de