Druck auf Infantino: Ehemalige Profis fordern Neuanfang bei der FIFA

Eine Gruppe ehemaliger und aktiver Fußballspieler hat sich kritisch über die Führung von FIFA-Präsident Gianni Infantino geäußert und einen Neuanfang an der Spitze des Weltverbandes gefordert. In einer Erklärung mit dem Titel „Genug ist genug“ äußern die Spieler Bedenken über die Entwicklung des Sports unter der aktuellen Führung.
Die Erklärung, die über soziale Medien verbreitet wird, kritisiert, dass wichtige Entscheidungen ohne Rücksicht auf Spieler und Fans getroffen wurden. Die Unterzeichner betonen, dass sie dieselben Bedenken teilen wie Millionen von Fans weltweit und miterlebt haben, wie sich der Sport von seinen Grundwerten entfernt hat.
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Kritik an Infantinos Führung
Die Kritik richtet sich insbesondere gegen Infantinos Pläne, Anteile an großen FIFA-Turnieren, darunter die Fußball-WM der Männer, an private Investoren zu veräußern. Diese Pläne wurden mittlerweile zurückgenommen, hatten aber für erhebliche Empörung in der Fußballwelt gesorgt. Die UEFA hatte auf diese Pläne scharf reagiert und einen Boykott von FIFA-Turnieren durch ihre Mitgliedsverbände angedroht.
Die Spieler fordern einen strukturierten Wandel und ein echtes, direktes Mitspracherecht für Spieler und Fans bei der Führung des Fußballs. Sie argumentieren, dass die Macht die Fähigkeit der derzeitigen Führung getrübt habe, zwischen eigenen Interessen und dem Wohl des Fußballs zu unterscheiden.


Zu den Unterzeichnern der Erklärung gehören der ehemalige Verteidiger von Manchester United und Arsenal, Mikaël Silvestre, der auch Mitglied des Spielerbeirats des Weltfußballverbandes ist, sowie die englische Verteidigerin Lucy Bronze, der ehemalige englische Torhüter David James und der französische Weltmeister von 1998, Emmanuel Petit.
Reaktionen und Zukunftsaussichten
Infantino, der im März 2027 zur Wiederwahl steht, sieht sich derzeit mit der größten Krise seiner Amtszeit konfrontiert. Während er 2019 und 2023 noch ohne Gegenkandidaten per Akklamation bestätigt wurde, gilt seine Wiederwahl nun als unsicher. Mehrere Kontinentalverbände haben sich von ihm abgewandt, und frühere Vertraute distanzieren sich.
Trotz des wachsenden Drucks hat Infantino Rücktrittsforderungen bisher zurückgewiesen und zeigt keine Anzeichen, seine Rolle zu überdenken. Die schnelle Ankündigung, die umstrittenen Pläne ruhen zu lassen, konnte die Kritiker nicht besänftigen.
Es gibt jedoch auch Unterstützung für Infantino. Samuel Eto’o, der Präsident des kamerunischen Fußballverbandes, äußerte gegenüber CNN, dass der FIFA-Boss „nichts falsch gemacht“ habe und das Projekt für afrikanische Länder von großem Nutzen hätte sein können.
Die Gruppe der ehemaligen Profis betont, dass es innerhalb der FIFA gute Menschen gebe, die das Vertrauen wiederherstellen wollen, aber dass eine neue Ära einen strukturellen Wandel erfordere.


Die Erklärung schließt mit der Feststellung, dass die jüngsten Ereignisse es unmöglich gemacht haben, weiter zu schweigen, und dass „Genug ist genug“.
Source: n-tv.de