Klopp räumt Fehler bei Medienschelte ein und fordert Leidenschaft

Klopps Start als Bundestrainer und die Medienschelte
Jürgen Klopp hat offiziell sein Amt als Bundestrainer angetreten und dabei einen Fehler bezüglich seiner viel diskutierten Pressekonferenz bei seiner Vorstellung eingeräumt. Der 59-Jährige erklärte in einem Video-Interview auf dfb.tv, dass es ihm „nicht so richtig gefallen“ habe, dass seine Aussagen dazu führten, „diese Medienschelte als die Überschrift zu nehmen“. Er bezeichnete dies als seinen Fehler und machte mit den Fingern Anführungszeichen in der Luft, als er das Wort „Medienschelte“ verwendete.
Bei seiner Vorstellung am 24. Juli hatte Klopp an die Medien gerichtet erklärt, dass er ohne Abfindung gehen würde, sobald sie ihn nicht mehr wollten oder seine Familie nicht in Ruhe ließen. Er betonte, dass er bereit sei, an sportlicher Kritik zu arbeiten, falls etwas nicht funktioniere.
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Klopp erläuterte seine damaligen Äußerungen damit, dass er etwas klarstellen wollte. Nach seinem Abschied als Trainer des FC Liverpool im Jahr 2024 sei die englische Boulevardpresse auf ihn und seine Familie „wie die Fliegen auf Honig“ gestürzt. Er wollte mit seinen Aussagen sicherstellen, dass sich dies nicht wiederholt.
Der frühere Meistercoach des FC Liverpool und von Borussia Dortmund bekräftigte seine „wirklich große Lust“ auf die neue Aufgabe. Gleichzeitig stellte er klar, dass er die Aufgabe aufgeben würde, falls die Mehrheit der Öffentlichkeit dies wünsche, da er sich nicht aufzwingen müsse.
Anpassung und erste Schritte im DFB
Klopp fühlt sich in seiner neuen Rolle sichtlich wohl und wurde nach eigenen Angaben „ganz toll aufgenommen“. Der Nachfolger von Julian Nagelsmann habe schnell festgestellt, dass im Verband „richtig gute Leute“ arbeiten. Er sieht keine Notwendigkeit, nach der enttäuschenden WM, bei der die Mannschaft in der ersten K.o.-Runde ausschied, „überall einmal feucht durchzuwischen und bei null anzufangen“. Er spüre „ganz viel Vorfreude bei allen“ Beteiligten.
Er hat bereits versucht, Termine mit einigen Bundesligatrainern zu vereinbaren, um eine partnerschaftliche Zusammenarbeit zu fördern, insbesondere im Hinblick auf die Belastungssteuerung der Spieler. Kontakt zu Spielern hatte er bisher noch nicht, da diese mitten in der Vorbereitung sind und es aus seiner Sicht noch nicht viel zu besprechen gibt. Dies möchte er jedoch bald nachholen, um die Personen hinter den Spielern kennenzulernen.
Klopp dementierte vehement Berichte, wonach er einen Wechsel des Kölner Jungstars Saïd El Mala zu seinem Ex-Verein Borussia Dortmund befürwortet haben soll. Er bezeichnete es als beleidigend, dass man ihm zutraue, seine erste Amtshandlung sei ein solcher Anruf. Er betonte, dass dies nicht seine Aufgabe sei und er noch nicht einmal mit der Arbeit mit den Spielern begonnen habe. Der BVB hatte Interesse an dem 19-jährigen El Mala, konnte sich aber nicht mit Köln auf eine Ablöse einigen, sodass Saïd El Mala vorerst beim 1. FC Köln bleibt.


Ausblick auf die kommenden Aufgaben
Für die kommende Woche plant Klopp, den Supercup zwischen dem FC Bayern und Borussia Dortmund vor Ort zu verfolgen. Zudem möchte er einige der ersten Bundesligaspiele im Stadion besuchen. Sein Debüt als Bundestrainer wird Klopp am 24. September in der Nations League in den Niederlanden geben.
Danach stehen weitere Spiele an: gegen Griechenland am 27. September und 4. Oktober sowie gegen Serbien am 1. Oktober. Klopp hat zudem mehr Leidenschaft von allen im Umgang mit der Nationalmannschaft angeregt und betont, dass jeder eingeladen sei, schon beim nächsten Heimspiel jeden gewonnenen Zweikampf zu feiern, was er selbst vorleben werde.


Source: spiegel.de