Bochum und Hertha eröffnen neue Zweitliga-Saison

Die 2. Fußball-Bundesliga startet in ihre 53. Saison. Das Eröffnungsspiel bestreiten der VfL Bochum und Hertha BSC am Freitagabend um 20:30 Uhr im Ruhrstadion. Die Partie wird auf Sat.1 und Sky übertragen. Für beide Mannschaften ist dieses Spiel ein wichtiger Gradmesser, da sie in diesem Sommer größere personelle Umbrüche erlebt haben.
Hertha BSC, unter Trainer Stefan Leitl, bestreitet zum zweiten Mal in Folge das Eröffnungsspiel der 2. Liga. In der Vorsaison unterlag der Hauptstadtclub im Auftaktspiel dem späteren Meister FC Schalke 04 mit 1:2. Die Berliner belegten am Saisonende den siebten Tabellenplatz.
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Auch für den VfL Bochum beginnt mit diesem Heimspiel ein neues Kapitel. Der Revierclub wartet seit zehn Jahren auf einen Sieg zum Saisonauftakt. Trainer Uwe Rösler verbindet mit Hertha positive Erinnerungen, da er gegen die Berliner seinen Einstand auf der Bochumer Bank feierte und damit eine Wende nach einem missglückten Saisonstart einleitete.
Herthas Umbruch und Erwartungen
Bei Hertha BSC gab es in diesem Sommer 13 Abgänge, darunter mehrere Top-Spieler. Bislang kam nur ein Neuzugang, Oluwaseun Adewumi, der als Joker eingeplant ist. Trotz dieser Veränderungen gibt es Anzeichen, die Mut machen könnten. Josip Brekalo (28) wurde zum neuen Kapitän ernannt. Er soll dem Team Sicherheit geben und seine Erfahrung aus 35 Länderspielen für Kroatien einbringen. Brekalo gilt als der beste Fußballer im Team.
Ein weiterer positiver Aspekt ist die verstärkte Einbindung der Jugendspieler wie Soufian Gouram (20), Selim Telib (20), Kian Todorovic (19), Jelani Ndi (18), Boris Mamuzah Lum (18), Niklas Hildebrandt (17), Mayson Grothe (17) und Jerome Diallo (17). Obwohl sie voraussichtlich nicht sofort eine entscheidende Rolle spielen werden, weckt das Bekenntnis zu den eigenen Talenten eine Aufbruchstimmung im Verein.
Das neue Spielsystem von Hertha setzt auf aggressives Pressing, um den Gegner früh unter Druck zu setzen und schnelle Torabschlüsse zu erzielen. In den Testspielen funktionierte dies relativ gut. Allerdings ist Pressing allein kein vollständiges System, und funktionierende offensive Spielprinzipien müssen sich noch weiter entwickeln. Mit Ball ist Hertha noch kein Top-Team.
Die Erwartungen für die Saison wurden heruntergeschraubt. Nachdem Hertha BSC in der vergangenen Saison den Aufstieg anstrebte und auf Rang sieben landete, wird nun ein einstelliger Tabellenplatz als Saisonziel ausgegeben. Dies könnte den Spielern den Aufstiegsdruck nehmen und befreiend wirken. CEO Peter Görlich bezeichnet die aktuelle Saison als Übergangsjahr, was für mehr Ruhe sorgen könnte, falls der Start holprig wird.
Herausforderungen und Zuversicht
Die Abgänge der Stars bieten ehemaligen Reservisten wie Torwart Marius Gersbeck, Mittelfeldspieler Kevin Sessa und Rechtsverteidiger Julian Eitschberger die Chance, sich zu beweisen. Sie sind hochmotiviert, ihre Kritiker zu widerlegen und dem Verein zu helfen.
Sorgen bereitet jedoch das Fehlen neuer, starker Schlüsselspieler. Trainer Stefan Leitl fordert seit Monaten einen Mittelstürmer und einen Linksverteidiger. Ein weiteres Problem ist die fehlende Tiefe im Kader. Obwohl Hertha die Vorbereitung ohne Verletzungen überstanden hat, gibt es bei Ausfällen von Stammspielern noch keine gleichwertigen Alternativen im dünnen Kader.
Trotz dieser Herausforderungen bleibt Leitl zuversichtlich. Er sagte, dass das Team versuchen werde, in Bochum zu gewinnen und für die erste Überraschung der Saison zu sorgen. Leitl hat ein „sehr, sehr gutes“ Gefühl und betonte, dass die Mannschaft sehr homogen wirke. Er fügte hinzu, dass die sportlichen Rahmenbedingungen geschaffen wurden und es nun an den Verantwortlichen liege, weitere Spieler zu verpflichten. Josip Brekalo wurde als neuer Kapitän benannt, mit Linus Gechter und Paul Seguin als Stellvertretern.
Source: welt.de