Afrika offen für Infantinos WM-Verkauf, während Europa Bedenken äußert

WM: Die wichtigsten Fragen zum Beben in der Fifa: Explodiert jetzt der Welt-Fußball? - BILD

Der afrikanische Fußballverband, die Confédération Africaine de Football (CAF), hat sich offen für die Investorenpläne der FIFA gezeigt. Die CAF forderte ihre Mitgliedsverbände auf, den Vorschlag zu prüfen und sich am Konsultationsprozess zu beteiligen. CAF-Präsident Patrice Motsepe hat für die kommende Woche eine Sitzung des Exekutivkomitees einberufen.

Die CAF betonte ihre Entschlossenheit, den Dialog und die Zusammenarbeit mit ihren Mitgliedsverbänden, der FIFA, anderen Fußballkonföderationen und Interessengruppen fortzusetzen. Ziel ist es, die finanziellen und sonstigen Ressourcen für die Entwicklung und das Wachstum des Fußballs in Afrika und weltweit zu stärken.

Casino Boni

1
Winbeatz
5.0/5

100% bis zu 500€ + 200 Freispiele

  • Willkommenspaket bis zu 1.500€
  • 10% wöchentliches Cashback
2
Thor Fortune
5.0/5

100% bis zu 750€ + 150 Freispiele

  • Bis zu 2.000€ auf die ersten 3 Einzahlungen
  • 25% Reload-Bonus jeden Montag
3
Roulettino
5.0/5

150% bis zu 300€ + 100 Freispiele

  • Willkommensbonus bis zu 1.000€
  • 50 Freispiele jeden Freitag

Alle Casino-Boni →

Mit 54 Mitgliedsverbänden verfügt die CAF über einen bedeutenden Stimmenblock innerhalb der FIFA. Nach Kritik aus Nord- und Mittelamerika (CONCACAF), Europa (UEFA) und Asien (AFC) ist die CAF der erste Kontinentalverband, der sich den Plänen von FIFA-Präsident Gianni Infantino offen gegenüberstellt. Motsepe hatte zuvor die „Schlüsselrolle“ Infantinos bei der Entwicklung des afrikanischen Fußballs gelobt.

Kontroverse um FIFA-Pläne

Die FIFA plant, Anteile der Weltmeisterschaft an private Investoren zu verkaufen. Infantino verspricht dabei unter anderem höhere Zahlungen an die Mitgliedsverbände und möchte hierfür die Tochtergesellschaft FIFA Forward Enterprise (FFE) gründen. Er hat den 211 Mitgliedsverbänden eine Frist bis zum 19. September gesetzt, um den Plänen zuzustimmen. Eine einfache Mehrheit der Stimmen reicht für die Umsetzung der Vorhaben aus, wobei jeder Mitgliedsverband eine Stimme hat.

Infantino selbst äußerte sich zu seinen Plänen und betonte, dass es sich um einen Vorschlag und keine Verpflichtung handele. Er bezeichnete den Prozess als Teil eines demokratischen Konsultationsprozesses und als Chance.

Die UEFA um Präsident Aleksander Ceferin sieht in den Plänen eine Überschreitung einer Grenze, die der Fußball niemals überschreiten sollte. Der europäische Verband soll einen Boykott der FIFA-Wettbewerbe erwägen, wollte dies jedoch nicht kommentieren. Uefa-Vizepräsident Hans-Joachim Watzke äußerte, dass viele im europäischen Fußball die Pläne als absoluten Angriff auf den Fußball betrachten und diese Haltung teilt. Die Einigkeit unter den europäischen Mitgliedsverbänden sei groß.

DFB-Präsident Bernd Neuendorf betonte, dass Fußball nicht zum Spielball von Investoren werden dürfe. Er sieht die Gefahr, dass die Weltmeisterschaft durch den Einfluss eines Investors nicht mehr alle vier, sondern jedes Jahr stattfindet und dann nur noch in starken Wirtschaftsräumen. Auch der britische Premierminister Andy Burnham äußerte, dass der Fußball den Menschen gehöre, die die Tribünen füllen und an der Seitenlinie stehen.

Details der FIFA-Pläne und mögliche Folgen

Die konkreten Pläne der FIFA sehen vor, dass ein noch zu gründendes FIFA-Tochterunternehmen namens FIFA Forward Enterprise, mit Infantino an der Spitze, alle kommerziellen Rechte und Turnierorganisationen bündeln soll. 20 bis 30 Prozent könnten Investoren kaufen. Die FIFA würde einen Mehrheitsanteil von über 50 Prozent behalten, und rund 20 Prozent sollen an die 211 Mitgliedsverbände verteilt werden.

Als potenzielle Hauptinvestoren werden Joshua Kushner und die Bank JP Morgan genannt. Kushners Investmentgesellschaft, Thrive Capital, möchte vor allem internationale Staatsfonds als Kapitalgeber gewinnen. Die Erlöse sollen bei etwas mehr als vier Milliarden US-Dollar liegen.

Ein Austritt der UEFA aus der FIFA ist nicht direkt möglich, da nur die 55 Nationalverbände austreten können. Gemäß Paragraf 18 der FIFA-Statuten müsste jeder Verband seinen Austritt zum 31. Dezember mindestens sechs Monate vorher schriftlich beim FIFA-Generalsekretariat erklären. Der nächstmögliche Zeitpunkt wäre der 31. Dezember 2027.

Sportliche Sanktionen bei einem Boykott könnten den Ausschluss von zukünftigen FIFA-Wettbewerben, Punktabzüge oder Sperren für Nationalmannschaften und Klubs umfassen. Zudem könnten die FIFA und kommerzielle Partner Schadensersatzansprüche geltend machen. Wenn ein Verband seine Teilnahme bis spätestens 30 Tage vor dem ersten Spiel der WM zurückzieht, droht eine Geldstrafe von mindestens 5 Millionen US-Dollar.

Die CONCACAF, die die Nationen in Nord- und Mittelamerika sowie der Karibik vertritt, äußerte tiefe Besorgnis über das Fehlen eines ordnungsgemäßen Verfahrens bei den FIFA-Plänen.

Mögliche Auswirkungen auf den Fußball

Das weltweite Transfersystem (TMS) und die Spielerregistrierungen werden von der FIFA verwaltet. Ausgetretene Nationalverbände wären nicht mehr an das FIFA-Transferreglement gebunden. Dies könnte zu Chaos auf dem Transfermarkt und zahlreichen Prozessen vor ordentlichen Gerichten oder dem Internationalen Sportgerichtshof CAS führen.

Die europäischen Topligen mit ihren Stars, der Champions League und der EM sind für TV-Sender und Sponsoren am attraktivsten. Daher könnten diese ihre Milliarden aus der FIFA und einer ohne Europa unattraktiven Weltmeisterschaft abziehen und in ein UEFA-System investieren.

Infantino reagierte auf die Kritik mit der Verteidigung, dass der geplante Einstieg externer Geldgeber eine einmalige Chance sei, die weltweite Entwicklung des Fußballs deutlich zu beschleunigen. Es gab jedoch Vorwürfe aus Europa, dass die FIFA die Zustimmung ihrer Mitgliedsverbände mit lukrativen Sonderzahlungen erkaufen wolle und bewusst eine knappe Frist für deren Entscheidung gesetzt habe.

Die CAF wird die Diskussionen über die FIFA-Pläne in der kommenden Woche in einer Sitzung des Exekutivkomitees fortsetzen.

Read Also

Source: bild.de

Julia Neumann ist Sportredakteurin und berichtet über Fußball, Sport und aktuelle Ereignisse.